Till startsida
Webbkarta
Till innehåll Läs mer om hur kakor används på gu.se

             Der reisende Europäer

                       Göteborg, 6.-9. Juni 2013

Darüber, was Europa ist, gibt es nahezu unendlich viele Vorstellungen. Was diese verbinden kann, ist die geschichtliche Erfahrung der Wandelbarkeit Europas. Für die Gegenwart zu nennen sind lediglich als Beispiele die staatliche Neuordnung des ehemaligen Jugoslawien oder die Mitteleuropadebatte, von allen EU-Erweiterungen und Krisen ganz zu schweigen. So wie Europa offenbar kaum als feststehende Größe gedacht werden kann, so wenig kann der Europäer als Bewohner eines festen Raumes, gar Staatsbürger eines Landes Europa aufgefasst werden.

Den Europäer kennzeichnet vielmehr, dass er über die nationalstaatliche Begrenztheit hinausgehen kann. Er überschreitet Grenzen innerhalb Europas, aber auch solche an den Rändern, also hinüber zu einem Nicht-Europa. Die Gründe dafür mögen unterschiedliche sein. Jedenfalls liegt nahe, Europa nicht als feststehende Raumordnung, sondern als ein relationales Konzept zu sehen, das seinen Blick sowohl nach innen wie nach außen richten kann. Der Europäer wird dabei eine Figur, die sowohl nach innen wie nach außen Grenzen setzen, aber auch überwinden will bzw. kann. Er ist also eine Figur in Bewegung – real, imaginär, medial, denkend. Die Tätigkeit des Reisens, dessen Facettenreichtum noch offenzulegen ist, scheint dabei eng mit der Figur des Europäers verbunden. Immerhin steht am Anfang der europäischen Literaturgeschichte die Reise, nämlich Homers Odyssee. Vielleicht gibt es sogar eine typisch europäische Art des Reisens. Erinnert sei an Kreuzzüge, Entdeckungsreisen, die Geschichte des (Post-)Kolonialismus oder den heutigen Massentourismus, der seinen Ursprung ebenfalls in Europa hat.

Der im Konferenztitel angesprochene Zusammenhang zwischen der Tätigkeit des Reisens und der Figur des Europäers ist also nicht willkürlich gewählt. Vielmehr drängt sich die Figur des reisenden Europäers für eine Tagung des europäischen Netzwerkes MOVENS geradezu auf. In diesem treffen sich seit 2005 jährlich Germanistinnen und Germanisten aus Berlin, Göteborg, Greifswald, Limerick, Ljubljana, London und Stockholm, um Phänomene ästhetischer und kultureller Grenzüberschreitungen zu untersuchen. Im Vordergrund steht dabei der transnationale wissenschaftliche Austausch, aber immer auch die gezielte Sensibilisierung von Studierenden, Doktoranden und jüngeren Wissenschaftler/innen für solche Grenzüberschreitungen.

Sidansvarig: Fredrik Fällman|Sidan uppdaterades: 2013-03-18
Dela:

På Göteborgs universitet använder vi kakor (cookies) för att webbplatsen ska fungera på ett bra sätt för dig. Genom att surfa vidare godkänner du att vi använder kakor.  Vad är kakor?

Denna text är utskriven från följande webbsida:
http://sprak.gu.se/forskning/konferenser/movens-6-9-juni-2013/
Utskriftsdatum: 2019-09-22